Factoring vs Zession: Welche Variante der Forderungsabtretung passt zu Ihnen?

19.05.2024 11:51 61 mal gelesen Lesezeit: 12 Minuten 0 Kommentare

Thema in Kurzform

  • Factoring bietet neben der Forderungsabtretung auch Dienstleistungen wie Forderungsmanagement und Übernahme des Ausfallrisikos, was es ideal für Unternehmen macht, die diese Zusatzleistungen benötigen.
  • Zession ist eine einfache Form der Forderungsabtretung ohne zusätzliche Dienstleistungen, was sie kostengünstiger macht und sich für Unternehmen eignet, die lediglich ihr Forderungsportfolio diversifizieren wollen.
  • Factoring verbessert die Liquidität sofort nach Rechnungsstellung, während bei der Zession die Liquidität erst nach Zahlungseingang durch den Schuldner verbessert wird.

War diese Information für Sie hilfreich?

 Ja  Nein

Factoring vs Zession: Ein Überblick

Wenn Sie ein Unternehmen führen, stehen Sie möglicherweise vor der Entscheidung, wie Sie am besten Ihre Forderungen managen und gleichzeitig Liquidität sicherstellen können. Zwei gängige Methoden hierfür sind Factoring und Zession. Beide Verfahren bieten effektive Lösungen für die Forderungsabtretung, unterscheiden sich jedoch in ihrer Struktur und ihren Auswirkungen auf Ihr Geschäft.

Bei der Zession treten Sie Ihre Forderungen an eine dritte Partei, typischerweise eine Bank, ab. Diese Methode wird oft als Sicherheit für einen Kredit genutzt. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf der Sicherung von Krediten, ohne dass der Zessionar aktiv in das Forderungsmanagement eingreift.

Setzen Sie mit Wolf Factoring auf einen zuverlässigen Partner mit über 25 Jahren Erfahrung im Factoring für Unternehmen in ganz Deutschland. Klicken Sie auf auf den Button um mehr zu erfahren.

Werbung

Im Gegensatz dazu verkauft man beim Factoring seine Forderungen an ein Factoringunternehmen, das nicht nur die Forderung übernimmt, sondern auch das Risiko des Forderungsausfalls trägt und das gesamte Forderungsmanagement übernimmt. Dies schließt häufig Dienstleistungen wie Bonitätsprüfungen der Debitoren und das Mahnwesen ein.

Die Wahl zwischen Factoring und Zession wirkt sich direkt auf die Liquidität, das Risikomanagement und die Ressourcenverwaltung Ihres Unternehmens aus. In den folgenden Abschnitten werden wir die spezifischen Vor- und Nachteile beider Optionen detaillierter betrachten und aufzeigen, welches Modell für verschiedene Unternehmenssituationen am besten geeignet sein könnte.

Grundlagen der Zession: Was Sie wissen müssen

Die Zession ist eine Form der Forderungsabtretung, bei der ein Gläubiger (Zedent) seine Ansprüche gegenüber einem Schuldner an einen neuen Gläubiger (Zessionar) überträgt. Diese Methode wird oft eingesetzt, um Sicherheiten für Kredite zu schaffen oder die Unternehmensfinanzierung zu optimieren. Es gibt keine einheitliche Form der Zessionsdurchführung, was Flexibilität in deren Anwendung ermöglicht.

Wichtig zu verstehen ist, dass bei der Zession der Schuldner nicht wechselt. Der Schuldner muss über die Zession oft nicht informiert werden, es sei denn, es handelt sich um eine offene Zession. Bei einer stillen Zession bleibt die Forderungsübergabe zwischen Zedent und Zessionar verborgen.

Rechtlich basiert die Zession auf § 398 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), der die Abtretung von Forderungen regelt. Der Prozess einer Zession muss nicht zwingend schriftlich erfolgen, jedoch wird dies zur Vermeidung von Missverständnissen und zur rechtlichen Sicherung empfohlen.

Zessionsart Beschreibung
Einzelzession Eine spezifische Forderung wird übertragen.
Globalzession Alle gegenwärtigen und zukünftigen Forderungen gegenüber einem oder mehreren Schuldnern werden übertragen.
Teilzession Nur ein Teil der Forderung gegen einen Schuldner wird übertragen.

Es ist entscheidend, dass sowohl der Zedent als auch der Zessionar genau prüfen, welche Rechte und Pflichten mit der übertragenen Forderung verbunden sind. Fehler in der Vereinbarung können nicht nur den Wert der Zession mindern, sondern auch rechtliche Komplikationen nach sich ziehen.

Die effektive Nutzung der Zession setzt voraus, dass der Zedent eine genaue Übersicht über seine Forderungen hat und den Wert dieser genau einschätzen kann. Daher ist eine gründliche Dokumentation und regelmäßige Überprüfung der Forderungen essenziell für den Erfolg dieser Finanzierungsform.

Was ist Factoring? Eine Einführung

Factoring ist ein Finanzierungsinstrument, das speziell darauf ausgerichtet ist, Unternehmen sofortige Liquidität zu verschaffen, indem offene Forderungen an ein Factoringunternehmen verkauft werden. Dies geht über die bloße Forderungsabtretung hinaus, da das Factoringunternehmen aktiv die Rolle des Gläubigers übernimmt und oft zusätzliche Dienstleistungen wie das Forderungsmanagement und das Risiko des Forderungsausfalls trägt.

Der Prozess des Factorings beginnt, wenn ein Unternehmen seine Rechnungen an das Factoringunternehmen verkauft. Dieses zahlt dem Unternehmen dann in der Regel zwischen 80% und 90% des Rechnungswertes vorab. Dies erfolgt meist innerhalb eines Tages nach Einreichung der Rechnungen, was die Liquidität des Unternehmens erheblich verbessert.

Nach Zahlungseingang beim Factoringunternehmen wird der restliche Teil der Rechnung, abzüglich einer Gebühr für den Factoring-Dienst, an das Unternehmen ausgezahlt. Diese Gebühr beinhaltet typischerweise Kosten für die Verwaltung der Forderungen und das Risiko des Forderungsausfalls.

Factoring wird häufig in folgenden Fällen eingesetzt:

  • Bei Unternehmen, die schnelles Wachstum erfahren und dafür laufend Liquidität benötigen.
  • Bei Unternehmen, die regelmäßig mit späten Zahlungseingängen von Kunden konfrontiert sind.
  • Bei Unternehmen, die eine Absicherung gegen den Ausfall von Forderungen suchen.
Factoringart Kurzbeschreibung
Echtes Factoring Factoringunternehmen übernimmt das vollständige Delkredererisiko.
Unechtes Factoring Unternehmen bleibt haftbar, falls der Debitor die Forderung nicht begleicht.
Stilles Factoring Die Abtretung der Forderungen bleibt dem Debitor unbekannt.

Zusammenfassend ermöglicht Factoring Unternehmen nicht nur den Zugang zu schneller Liquidität, sondern bietet auch die Möglichkeit, das Management von Debitoren effizient auszulagern und finanzielle Risiken zu minimieren.

Vergleich von Factoring und Zession: Vor- und Nachteile

Die Auswahl zwischen Factoring und Zession hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der spezifischen Bedürfnisse und Situationen eines Unternehmens. Beide Methoden haben ihre eigenen Vor- und Nachteile, die sorgfältig abgewogen werden sollten, um die optimale Wahl zu treffen.

Vorteile Nachteile
Factoring
  • Unmittelbare Liquiditätssteigerung
  • Übernahme des Ausfallrisikos durch das Factoringunternehmen
  • Entlastung der eigenen Buchhaltung durch Übernahme des Debitorenmanagements
  • Ermöglicht Konzentration auf das Kerngeschäft
  • Kosten können höher sein als bei anderen Finanzierungsmethoden
  • Verfügbarkeit und Konditionen stark abhängig von der Bonität der Kunden
  • Mögliche Abhängigkeit vom Factoringanbieter
Zession
  • Flexible Sicherungsmöglichkeit für Kredite
  • Keine direkten Kosten für den Forderungsverkauf
  • Stärkung der Kreditwürdigkeit durch Sicherheitenstellung
  • Keine Risikoübernahme durch den Kreditgeber
  • Risiko bei Nichtzahlung bleibt beim Unternehmen
  • Erfordert gute Kenntnisse über die Bonität der Schuldner

Ein wichtiger Unterschied ist, dass Factoring in der Regel eine dauerhafte Lösung darstellt, bei der regelmäßig Rechnungen an das Factoringunternehmen verkauft werden. Bei der Zession hingegen kann es sich um eine einmalige oder adhoc Maßnahme handeln, besonders wenn sie als Sicherheit für einen spezifischen Kredit genutzt wird.

Eine Auswahl hängt nicht nur von den wirtschaftlichen Konditionen ab, sondern auch von der Art des Geschäfts und der Branche. Unternehmen, die mit hohen Debitorenrisiken konfrontiert sind, könnten von der Risikoübernahme durch Factoring profitieren, während solche mit stabilen Kundenbeziehungen die Zession zur Kreditsicherung bevorzugen könnten.

Anwendungsbereiche von Zession und Factoring

Die Anwendungsbereiche von Zession und Factoring variieren in Abhängigkeit von den branchenspezifischen Anforderungen und den finanziellen Zielen eines Unternehmens. Jede Methode bringt spezifische Vorteile, die in bestimmten Sektoren und unter bestimmten Umständen besonders nützlich sein können.

Zession

Zessionen werden häufig in Branchen eingesetzt, in denen Unternehmen große Investitionen tätigen müssen oder in denen die Kreditwürdigkeit eine entscheidende Rolle spielt:

  • Baugewerbe: Sicherung von Krediten für große Projekte
  • Produzierendes Gewerbe: Finanzierung von Maschinen oder Anlagen
  • Dienstleistungssektor: Sicherung für Betriebskredite zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen

Die Flexibilität der Zession ermöglicht es Unternehmen, je nach Bedarf spezifische Forderungen auszuwählen, die als Sicherheiten dienen sollen.

Factoring

Factoring wird vor allem in Branchen genutzt, in denen Unternehmen mit häufigen oder hohen Kundenforderungen konfrontiert sind:

  • Handel: Schnelle Liquidität für Lagerhaltung und Sortimentswechsel
  • IT- und Telekommunikationsbranche: Vorfinanzierung von Aufträgen und Projekten
  • Gesundheitswesen: Verwaltung von Patientenrechnungen und Sicherung der Liquidität

Darüber hinaus ist Factoring eine attraktive Option für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die möglicherweise nicht die Ressourcen haben, ein umfangreiches Debitorenmanagement zu betreiben.

In mathematischer Hinsicht könnte der Liquiditätsvorteil, den Factoring bietet, durch die Formel \( L = \frac{RF \cdot PV}{100} \) ausgedrückt werden, wobei \( L \) die erhaltene Liquidität, \( RF \) der ausgezahlte Prozentsatz der Rechnungen (in der Regel 80% bis 90%) und \( PV \) der Gesamtwert der faktorierten Rechnungen ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl Zession als auch Factoring entscheidende Werkzeuge für das Finanzmanagement in einem breiten Spektrum von Branchen sind. Die Auswahl der passenden Methode hängt von den spezifischen Bedürfnissen des Unternehmens und den Gegebenheiten der jeweiligen Branche ab.

Wie wählt man zwischen Factoring und Zession?

Die Entscheidung zwischen Factoring und Zession sollte strategisch getroffen werden, um die finanziellen und betrieblichen Ziele eines Unternehmens optimal zu unterstützen. Hier sind einige Kriterien, die bei dieser Entscheidung helfen können:

Finanzielle Ziele und Bedürfnisse

Überlegen Sie, ob Ihr Hauptziel die sofortige Liquiditätserhöhung oder die Absicherung durch Sicherheiten ist. Factoring bietet schnellen Zugang zu Geldmitteln, während Zession oft zur Sicherung eines Kredites genutzt wird.

Bonität der Kunden

Die Qualität Ihrer Debitoren ist sowohl für die Zession als auch für das Factoring entscheidend, spielt aber beim Factoring eine größere Rolle, da das Risiko des Forderungsausfalls oft vom Factoringanbieter übernommen wird. Unternehmen mit einem soliden Kundenstamm, der pünktlich zahlt, könnten stärker von Factoring profitieren.

Verwaltungsaufwand

Ermitteln Sie, wie viel interner Verwaltungsaufwand Ihr Unternehmen minimieren möchte. Factoring kann helfen, Ressourcen freizusetzen, indem das Management von Forderungen an ein spezialisiertes Unternehmen ausgelagert wird.

Kostenvergleich

Vergleichen Sie die Kosten beider Optionen. Factoringgebühren können höher sein als die Zinsen für einen durch Zession gesicherten Kredit, bieten jedoch zusätzliche Dienstleistungen und Vorteile.

Sobald Sie diese Faktoren berücksichtigt haben, können Sie eine informierte Entscheidung treffen. In vielen Fällen kann es auch sinnvoll sein, eine Beratung mit einem Finanzspezialisten in Anspruch zu nehmen, um die spezifischen Umstände und Möglichkeiten Ihres Unternehmens genau zu analysieren.

Abschließend ist es wichtig zu betonen, dass keine der beiden Optionen universell 'besser' ist als die andere. Jede hat ihre eigenen Stärken und Schwächen, die sie je nach Unternehmenssituation mehr oder weniger geeignet machen.

Factoring in der Praxis: Beispiele und Erfahrungen

Factoring hat in der Wirtschaftspraxis vielfältige Anwendungen gefunden und zahlreiche Unternehmen haben von den damit verbundenen Vorteilen profitiert. Hier sind einige praktische Beispiele, die illustrieren, wie Factoring in verschiedenen Branchen erfolgreich eingesetzt wird.

Beispiel 1: Kleines IT-Unternehmen

Ein aufstrebendes IT-Unternehmen mit schnellem Wachstum benötigte dringend Liquidität, um seine Betriebskapazitäten zu erweitern und neue Projekte zu finanzieren. Durch Factoring konnte es seine offenen Rechnungen sofort in Liquidität umwandeln und somit ohne Verzögerung in Hardware und Software investieren. Das Unternehmen profitierte auch vom Risikoschutz, da das Factoringunternehmen die Bonität der Debitoren übernahm.

Beispiel 2: Großhandel

Ein Großhändler, der mit saisonalen Schwankungen zu kämpfen hatte, setzte Factoring ein, um sein Working Capital zu verbessern und damit die Einkaufszeiten optimal zu steuern. Durch den Verkauf seiner Forderungen konnte der Händler seine Lieferanten schneller bezahlen und Rabatte nutzen, die sonst nicht möglich gewesen wären.

Beispiel 3: Gesundheitssektor

In einer privaten Klinik führte die lange Dauer bis zum Eingang der Zahlungen von Krankenversicherungen zu Liquiditätsengpässen. Factoring ermöglichte es der Klinik, unmittelbar nach Rechnungsstellung Liquidität zu erhalten, was die allgemeine Finanzstabilität verbesserte und Investitionen in bessere medizinische Ausrüstung erlaubte.

"Durch Factoring konnten wir unsere Umsatzlücke schließen und unser Geschäftswachstum beschleunigen, ohne auf traditionelle Bankkredite angewiesen zu sein. Es war ein Gamechanger für unsere Finanzstrategie." – Geschäftsführer eines mittelständischen Produktionsunternehmens

Diese Beispiele zeigen, dass Factoring als Finanzierungsinstrument weit über die reine Liquiditätsbeschaffung hinausgehen kann. Es ermöglicht Unternehmen, ihre Wachstumspotenziale voll auszuschöpfen und sich gleichzeitig gegen finanzielle Risiken abzusichern.

Zession im Detail: Ablauf und rechtliche Aspekte

Die Zession ist nicht nur ein wichtiges Instrument zur Kreditbesicherung, sondern auch ein rechtlich komplexer Prozess, der durch das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) geregelt wird. Hier betrachten wir den detaillierten Ablauf und die rechtlichen Aspekte einer Zession, um ein tieferes Verständnis zu ermöglichen.

Ablauf einer Zession

Der Ablauf einer Zession beginnt mit der Auswahl der zu zedierenden Forderung. Anschließend wird ein Zessionsvertrag zwischen dem Zedenten (ursprünglicher Gläubiger) und dem Zessionar (neuer Gläubiger) geschlossen. Dieser Vertrag muss die spezifischen Forderungen, die übertragen werden sollen, genau beschreiben und regeln, ob es sich um eine offene oder stille Zession handelt. Der Vertragsabschluss ist an keine Form gebunden, sollte jedoch aus Beweisgründen idealerweise schriftlich erfolgen.

Nach Vertragsabschluss erfolgt die Benachrichtigung des Schuldners, falls es sich um eine offene Zession handelt, was den rechtlichen Übergang der Forderung markiert. Bei einer stillen Zession wird der Schuldner hingegen nicht informiert.

Rechtliche Aspekte

Rechtlich gesehen ist die Zession in den §§ 398 ff. BGB geregelt. Eine essentielle Anforderung ist, dass die zu zedierende Forderung bestimmt oder bestimmbar sein muss. Dies bedeutet, dass sie klar identifiziert werden kann, etwa durch Angabe des Schuldners und der Schuldsumme.

Ein wichtiger Aspekt ist der Schutz des Schuldners, der durch die §§ 404 und 407 BGB gewährleistet wird. Der Schuldner kann Einwendungen und Einreden, die zur Zeit der Zession bestanden, auch gegenüber dem neuen Gläubiger geltend machen. Dies schützt ihn vor eventuellen Nachteilen durch die Zession.

Ein Grundsatz der Zession lautet: "Noch nicht fällige Forderungen können zediert werden, sofern sie hinreichend bestimmt sind."

Im Kontext des Unternehmenskapitals kann die Zession nützlich sein, um die Kreditwürdigkeit zu verbessern. Die Formel zur Berechnung des erhöhten Kreditrahmens kann durch K = S · r dargestellt werden, wobei K der Kreditrahmen, S der Wert der zedierten Forderungen und r der Beleihungssatz ist.

Abschließend ist festzuhalten, dass die Zession zwar eine flexible und wirkungsvolle Methode zur Liquiditätssteigerung und Kreditbesicherung darstellt, jedoch eine genaue Kenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen erfordert, um vollständig von ihren Vorteilen profitieren zu können.

Factoring vs Zession: Kosten und Gebühren

Ein wesentlicher Unterschied zwischen Factoring und Zession liegt in den anfallenden Kosten und Gebühren, die für Unternehmen finanziell ins Gewicht fallen können. Es ist wichtig, diese Kosten zu verstehen, um eine informierte Entscheidung über die passendste Forderungsabtretungsmethode für Ihr Unternehmen treffen zu können.

Kosten beim Factoring

Beim Factoring fallen in der Regel zwei Arten von Gebühren an:

  • Servicegebühr: Diese deckt die Verwaltungsdienste des Factoringunternehmens ab, einschließlich der Übernahme des Forderungsmanagements und des Risikos eines potenziellen Forderungsausfalls. Sie wird oft als Prozentsatz des Gesamtwertes der verkauften Forderungen berechnet.
  • Factoringsatz: Dieser Zinssatz wird auf den Betrag angewendet, den das Factoringunternehmen im Voraus zahlt. Der Satz kann stark variieren und hängt von Faktoren wie der Bonität der Debitoren, der Höhe und Laufzeit der Forderungen sowie der allgemeinen Risikoeinschätzung durch den Factor ab.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung könnte sein: Ein Unternehmen verkauft Rechnungen im Wert von 100.000 Euro an ein Factoringunternehmen. Bei einer Servicegebühr von 1,5% und einem Factoringsatz von 5% könnte die Kostenberechnung wie folgt aussehen:

Servicegebühr = 100.000 Euro · 1,5% = 1.500 Euro
Vorauszahlung = 90% · 100.000 Euro = 90.000 Euro
Zinsen auf Vorauszahlung = 90.000 Euro · 5% = 4.500 Euro pro Jahr

Kosten bei der Zession

Die Kosten bei einer Zession sind im Vergleich zum Factoring oft geringer, da es primär um die Abtretung einer Forderung als Sicherheit geht und weniger Dienstleistungen involviert sind. Typische Kosten könnten beinhalten:

  • Verwaltungsgebühren: Für die Verwaltung und Dokumentation der Zessionsvereinbarung.
  • Zinsen: Wenn die Zession zur Sicherung eines Kredits verwendet wird, fallen Zinsen für diesen Kredit an, die jedoch in der Regel niedriger sind als die Kosten beim Factoring.

Die genauen Kosten einer Zession sind stark vom individuellen Kreditvertrag und den Konditionen des Kreditinstituts abhängig. Eine genaue Kalkulation und ein Vergleich mit den Factoringkosten sind essentiell, um die optimale Finanzierungsform für die spezifischen Bedürfnisse eines Unternehmens zu wählen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass beide Optionen ihre Vor- und Nachteile in Bezug auf die Kostenstruktur haben. Während Factoring umfangreichere Dienstleistungen und sofortige Liquidität bietet, kann die Zession eine kostengünstigere Lösung sein, insbesondere wenn es primär um die Absicherung von Krediten geht.

Fazit: Die beste Wahl für Ihr Unternehmen

Die Entscheidung zwischen Factoring und Zession hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Ziele Ihres Unternehmens zugeschnitten sind. Beide Optionen bieten verschiedene Vorteile und kommen mit unterschiedlichen Kostenstrukturen. Die richtige Wahl zu treffen, erfordert eine sorgfältige Abwägung der Vor- und Nachteile jeder Methode.

Entscheidungsfaktoren

Unternehmen sollten insbesondere folgende Aspekte berücksichtigen:

  • Die Notwendigkeit von sofortiger Liquidität: Wenn Ihr Unternehmen schnellen Zugang zu Geldmitteln benötigt, kann Factoring eine geeignete Option sein.
  • Das Risiko von Forderungsausfällen: Wenn das Risiko eines Forderungsausfalls hoch ist, bietet Factoring zusätzliche Sicherheit, da das Risiko vom Factoringunternehmen getragen wird.
  • Die Verwaltung von Debitoren: Factoring entlastet Ihr Unternehmen von umfangreicher Buchhaltung und Forderungsmanagement.
  • Die langfristigen finanziellen Ziele: Zession kann vorteilhaft sein, wenn es primär um die Sicherung von Krediten und weniger um die Liquidität geht.

Abschließende Empfehlung

Letztendlich ist die Wahl zwischen Factoring und Zession entscheidend davon abhängig, wie Ihr Unternehmen seine finanzielle Struktur und Liquidität langfristig optimieren möchte. Für Unternehmen, die flexibel auf Marktanforderungen reagieren müssen und einen regelmäßigen Liquiditätsfluss benötigen, bietet sich Factoring an. Für solche, die stabile Cashflows haben und strategisch Sicherheiten für Kredite aufbauen wollen, könnte Zession die bessere Wahl sein.

Es ist empfehlenswert, diese Entscheidung in Zusammenarbeit mit einem Finanzberater oder Buchhalter zu treffen, der die spezifischen Bedingungen Ihres Unternehmens analysieren und eine maßgeschneiderte Empfehlung aussprechen kann. So stellen Sie sicher, dass die gewählte Methode der Forderungsabtretung optimal zu Ihrem Geschäftsmodell und Ihren Wachstumsperspektiven passt.

Denken Sie daran: Die effiziente Gestaltung Ihrer Unternehmensfinanzen bestimmt maßgeblich den Erfolg Ihrer geschäftlichen Unternehmungen. Eine kluge Entscheidung bei der Auswahl zwischen Factoring und Zession kann fundamentale Auswirkungen auf die Zukunftsfähigkeit und Stabilität Ihres Unternehmens haben.

Ihre Meinung zu diesem Artikel

Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Bitte geben Sie einen Kommentar ein.
Keine Kommentare vorhanden

Zusammenfassung des Artikels

Factoring und Zession sind zwei Methoden zur Forderungsabtretung, die Unternehmen nutzen können, um ihre Liquidität zu verbessern. Während Factoring den Verkauf von Forderungen an ein Factoringunternehmen beinhaltet, das auch das Ausfallrisiko übernimmt und zusätzliche Dienstleistungen wie Forderungsmanagement bietet, dient die Zession häufig als Sicherheit für Kredite ohne aktive Beteiligung des Zessionars am Forderungsmanagement.

...
Sie suchen einen Factoring-Partner?

Setzen Sie mit Wolf Factoring auf einen zuverlässigen Partner mit über 25 Jahren Erfahrung im Factoring für Unternehmen in ganz Deutschland. Klicken Sie auf auf den Button um mehr zu erfahren.

Werbung

Nützliche Tipps zum Thema:

  1. Beurteilen Sie Ihren aktuellen und zukünftigen Liquiditätsbedarf: Factoring bietet schnellen Zugang zu Liquidität, während Zession oft zur Sicherung eines Kredites genutzt wird. Überlegen Sie, welche Methode Ihren Liquiditätsanforderungen am besten entspricht.
  2. Evaluieren Sie das Risiko von Forderungsausfällen: Wenn Ihr Unternehmen einem hohen Risiko von Forderungsausfällen ausgesetzt ist, könnte Factoring vorteilhafter sein, da das Factoringunternehmen das Ausfallrisiko übernimmt.
  3. Vergleichen Sie die Kosten: Factoring kann aufgrund der zusätzlichen Dienstleistungen wie Forderungsmanagement und Risikoübernahme teurer sein. Zession kann eine kostengünstigere Option sein, besonders wenn es primär um die Sicherung von Krediten geht.
  4. Prüfen Sie den Verwaltungsaufwand: Factoring kann helfen, den internen Verwaltungsaufwand zu reduzieren, indem das Forderungsmanagement ausgelagert wird. Entscheiden Sie, wie viel Verwaltungsaufwand Ihr Unternehmen intern bewältigen kann und möchte.
  5. Berücksichtigen Sie Ihre Geschäftsbeziehungen: Zession erfordert detaillierte Kenntnisse über die Bonität Ihrer Schuldner und kann ohne deren Wissen durchgeführt werden. Factoring hingegen könnte die Beziehung zu Ihren Kunden beeinflussen, da das Factoringunternehmen in den Prozess involviert ist.